Peter Thiel/Blake Masters - Zero to One

Aktualisiert: Jan 17

Peter Thiel ist der Co-Founder von PayPal und Palantir, war einer der ersten Investoren in Facebook und hat Unternehmen wie SpaceX und LinkedIn finanziert. Im Jahr 2012 gab Thiel eine Vorlesung an seiner Alma Mater, der Stanford University. Einer der teilnehmenden Studenten war Blake Masters, aus dessen Notizen "Zero to One - Notes on Startups or how to build the Future" entstand.


Thiel beginnt das Buch mit folgendem Absatz:

"Every moment in business happens only once. The next Bill Gates will not build an operating system. The next Larry Page or Sergey Brin won't make a search engine. And the next Mark Zuckerberg won't create a social network. If you are copying these guys, you aren't learning from them."


Was heißt das? Es ist es einfacher, bestehende Geschäftsmodelle zu kopieren und gegebenenfalls zu verbessern. Thiel nennt dies horizontalen Fortschritt. Doch um etwas Neues zu schaffen, von "Zero to One" zu kommen, könne man sich nicht an "Best Practices" halten oder bestehende Produkte lediglich effizienter machen. Dazu braucht es vertikalen Fortschritt. Innovation - um dieses Modewort einmal zu bemühen - braucht den Sprung ins kalte Wasser. Und das kann manchmal sehr befremdlich oder sogar beängstigend sein.


Horizontalen Fortschritt sieht Thiel sogar als Gefahr. Als Beispiel führt er die Globalisierung an. Schwellenländer kopieren Dinge, die in den Industrieländern zu hohem Wohlstand geführt haben, und bringen sie in ihre Heimatländer. Doch führt dies konsequenterweise zu weltweiten Wohlstand? Laut Thiel wird es eher die Zerstörung des Planeten herbeiführen. So schreibt er: "In a world of scarce resources, globalization without new technology is unsustainable."


Im weiteren Verlauf des Buches gibt Thiel konkrete Tipps für Startups. Er stellt u.a. vier Faustregeln auf:


1) It is better to risk boldness than triviality.

Um etwas wirklich Wertvolles zu kreieren, braucht es Mut. Nämlich den Mut, bestehende Dogmen und Konventionen zu hinterfragen oder auszublenden. Die zentrale Frage sei die Folgende: "What valuable Company is nobody building?" Denn: Alle zufriedenen Unternehmen sind unterschiedlich/einzigartig.


2) A bad plan is better than no plan.

Ein Unternehmen muss wissen, wo es hin will. Um wirklich wertvoll zu sein, muss das Startup nicht nur wachsen, sondern auch langfristig bestehen. Viele Entrepreneure, so Thiel, haben einen zu kurzen Zeithorizont.


3) Competitive Markets destroy profits.

Unter perfektem Wettbewerb dürfte langfristig kein Unternehmen einen ökonomischen Profit machen. Wettbewerb sieht Thiel als Ideologie - ein Relikt alter, verstaubter Wirtschaftstheorie. "Easy to model", führe in der Praxis aber zu Stasis. Für ihn ist ein Monopol die Bedingung für jedes nachhaltig erfolgreiche Unternehmen. Monopolgewinne ermöglichen langfristige Planung und die Finanzierung ehrgeiziger Forschungsprojekte, von denen Unternehmen, die im Wettbewerb gefangen sind, nur träumen können. "War is a costly business", schreibt er. Soll heißen: In Konkurrenzsituationen nutzt man seine Ressourcen, um den Wettbewerber "zu besiegen" und nicht, um Innovation voranzutreiben. Doch auch Thiel gesteht ein, dass ein Kampf manchmal unausweichlich ist. Seine Devise dafür: "Either don't throw any punches, or strike hard and end it quickly."


4) Sales matter just as much as the product.

Im Regelfall sprechen Produkte nicht für sich selbst. So verwende Palantirs CEO Alex Karp beispielsweise fast seine komplette Zeit darauf, seine Software zu verkaufen. Das Produkt kann noch so gut sein - no sales, no profits.


Darüber hinaus rät Thiel dazu, insbesondere in der Anfangsphase ausschließlich "Mitverschwörer" einzustellen. "Since time is your most valuable asset, it's odd to spend it working with people who don't envision any long-term future together." Eine starke Gemeinschaft und gute Beziehungen untereinander führen nicht nur zu mehr Zufriedenheit, sondern auch zu mehr Erfolg. Thiel geht so weit, dass er die besten Startups mit einer Art weniger extremen Sekte vergleicht.


Insbesondere die Wichtigkeit der Monopolstellung führt Thiel umfassend aus. Überragende Technologie sieht er hierbei als Grundvoraussetzung. Diese müsse mindestens zehn Mal besser sein als mögliche Substitute. Seine beiden Beispiele mit Monopolpotential: Eine Heilung für Glatzköpfigkeit oder ein Medikament, welches auf sichere Weise die Notwendigkeit von Schlaf eliminiere. Als zweiten Punkt nennt Thiel Netzwerkeffekte. Der Netzwerkeffekt mache ein Produkt nützlicher, desto mehr Menschen es nutzen: "If all your friends are on Facebook, it makes sense for you to join Facebook." Als dritten Katalysator macht Thiel Skaleneffekte oder "Economies of Scale" aus. Diese seien insbesondere bei Software-Unternehmen gigantisch. Sobald die Software einmal designed ist, mache es kostentechnisch kaum einen Unterschied, ob fünf oder fünftausend Lizenzen verkauft werden. Zu guter Letzt sei ebenfalls gutes Branding wichtig. Was potentielle Kunden über das Unternehmen via Google oder Medien finden, sei von kritischer Bedeutung für den Unternehmenserfolg.


Summa summarum, Peter Thiel nimmt kein Blatt vor den Mund. Ein kritischer Denker, der sich nicht von Zeitgeist und Gegenwind beeindrucken lässt. Wer über das Buch hinaus die Gedankenwelt von Peter Thiel besser kennenlernen möchte, dem empfehle ich seine Gespräche mit Peter Robinson von der Hoover Institution, dem Think Tank der Stanford University.



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Dieser Artikel wurde von Jan Regenbogen verfasst.