Bert Flossbach/Philipp Vorndran - Die Schuldenlawine

Aktualisiert: Jan 17

Dr. Bert Flossbach ist der Gründer des Kölner Vermögensverwalters Flossbach von Storch (FvS). 1998 gegründet, hat FvS sich zu einem der führenden Asset Managern Deutschlands entwickelt mit einem betreuten Vermögen von rund 36 Milliarden Euro. Philipp Vorndran ist seit 2009 Chef-Kapitalmarktstratege des Hauses. Gemeinsam beleuchten sie in "Die Schuldenlawine" die aktuelle weltweite Schuldensituation, ihre Auswirkungen und entwickeln - going forward - mögliche Handlungsoptionen. Unterhaltsam ist ebenfalls die sich durch das Buch ziehende Reihe "Wenn die Elite irrt". So habe Berlusconi 2011 gesagt: "Wir haben das Glück, ein sehr solides Land zu sein... Wir machen uns überhaupt keine Sorgen." Durchaus anfechtbar!


Staatsschulden sind zur Droge geworden. Und die Staaten sind abhängig. Doch was bedeutet die rasant wachsende Staatsverschuldung für das Geldsystem? Schmerzlos sei der Weg aus der Staatsschuldenkrise allemal nicht. Flossbach und Vorndran argumentieren, ohne eine Wiedereinführung des Haftungsprinzips werde es keine nachhaltige Lösung der Schuldenfrage geben. Die Exzesse des Finanzsystems müssen korrigiert werden. Staaten würden momentan von Banken erpresst, getreu der Devise: Wir sind systemrelevant. Dies rufe auch wütende Reaktionen bei den Bürgern hervor. Die Gesellschaft drifte weiter auseinander. Es entsteht ein Gefühl von "die und wir".


Den Euro nehmen die beiden Autoren ebenfalls auf's Korn. Er sei in seiner jetzigen Form nicht haltbar und spalte die Union. Die Unterschiede zwischen den Ländern seien zu gravierend. Eine dauerhafte Transferunion zerstöre einerseits den Leistungswillen der Geberländer und sorge andererseits für Frustration bei den Nehmerländer über die Einmischung der "Gönner" in ihre inneren Angelegenheiten. Über die Target-Salden sei der Einstieg in die "Dauerrettung" bereits geschehen. Die Forderungen der Bundesbank und der Bundesregierung gegen die anderen Eurostaaten wachsen in immer höhere Dimensionen. Da der Point of no Return längst hinter uns sei, führe der einzige "krisenfreie" Weg aus der Schuldenkrise über langfristig negative Realzinsen. Doch auch dies sei bei weitem keine Patentlösung.


Was heißt das für den privaten Anleger? Einen sicheren positiven Realzins gibt es nicht mehr. Die Zinsen bleiben niedrig bis zur nächsten Währungsreform. Wer sein Vermögen erhalten will, müsse ins Risiko gehen. Wer das nicht möchte, sei schon drin. Das Fazit: Nominalwerte sind out. Mein Haus, mein Hof, meine Firma - Sachwerte retten uns. Aber auch Gold glänzt.



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Dieser Artikel wurde von Jan Regenbogen verfasst.